Unerwünschte, irreführende mobile Weiterleitungen erkennen und entfernen

Mittwoch, 28. Oktober 2015

In vielen Fällen ist es kein Problem, auf verschiedenen Geräten Inhalte mit geringen Unterschieden darzustellen. So kann es bei der Optimierung der Darstellung für kleinere Displays wie denen von Smartphones erforderlich sein, bestimmte Inhalte wie z. B. Bilder entsprechend zu bearbeiten. Es kann auch empfehlenswert sein, das Menü der Website in einer Navigationsleiste unterzubringen, damit das Surfen auf Mobilgeräten einfacher und effektiver wird. Hier findet ihr die Dokumentation dazu (in Englisch). Bei einer ordnungsgemäßen Umsetzung kann Google diese auf die Nutzer ausgerichteten Änderungen sehr gut nachvollziehen.

Ähnlich sieht es bei rein mobilen Weiterleitungen aus. Es zahlt sich häufig aus, Weiterleitungen für mobile Nutzer einzurichten, um diesen eine bessere mobile Erfahrung zu bieten. So könnt ihr beispielsweise eine Weiterleitung von ihrebeispielurl.de/url1 auf m.ihrebeispielurl.de/url1 festlegen. Die irreführende Weiterleitung mobiler Nutzer an andere Inhalte führt jedoch zu einer negativen Nutzererfahrung und verstößt gegen die Richtlinien für Webmaster von Google .

Es ist für Nutzer ziemlich frustrierend, wenn in den Suchergebnisseiten auf Desktopcomputern und auf Mobilgeräten die gleiche URL erscheint. Wenn ein Nutzer auf seinem Desktopcomputer auf dieses Ergebnis klickt, wird die URL wie gewünscht geöffnet. Tippt er jedoch auf einem Smartphone darauf, wird er weitergeleitet und es wird eine irrelevante URL geladen.

Wer ist für die Implementierung dieser irreführenden Weiterleitungen verantwortlich?

In einigen Fällen setzen Webmaster bewusst irreführende Weiterleitungsregeln für mobile Nutzer ein. In Allgemeinen handelt es sich dabei um einen Verstoß gegen die Richtlinien für Webmaster, bei dem wir eine manuelle Maßnahme ergreifen, falls die Erfahrung der Nutzer von Google dadurch beeinträchtigt wird. Weitere Informationen dazu findet ihr im letzten Abschnitt in diesem Blogpost.
Es gibt allerdings auch Fälle, in denen Websiteinhabern nicht bewusst ist, dass auf Mobilgeräte beschränkte irreführende Weiterleitungen vorhanden sind. Einige Beispiele:
  • Werbeprogramme, die gezielt mobile Nutzer weiterleiten
    Ein für die Einblendung von Werbung und die Monetarisierung von Inhalten installiertes Skript oder Element leitet mobile Nutzer möglicherweise an eine ganz andere Website weiter, ohne dass dem Webmaster dies bewusst ist.
  • Mobile Weiterleitungen infolge eines Hackerangriffs auf die Website
    In manchen Fällen wurde die Website möglicherweise gehackt, was dazu führen kann, dass nur mobile Nutzer an Spam-Domains weitergeleitet werden.

Wie erkenne ich, ob auf meiner Website irreführende mobile Weiterleitungen vorhanden sind?

  1. Überprüft, ob ihr weitergeleitet werdet, wenn ihr auf eurem Smartphone zu eurer Website navigiert.
    Wir empfehlen, die mobile Nutzererfahrung eurer Website zu prüfen. Ruft eure Website dazu auf dem Smartphone über die Google-Suchergebnisse auf. Bei der Problembehebung ist die Mobilgeräte-Emulationsfunktion in Desktopbrowsern sehr hilfreich, da ihr damit viele verschiedene Geräte testen könnt. In Chrome , Firefox oder Safari könnt ihr dies direkt im Browser testen. Achtet bei Safari darauf, dass die Option "Menü 'Entwickler' in der Menüleiste anzeigen" aktiviert ist.
  1. Hört auf die Nutzer.
    Die Nutzer sehen möglicherweise eine ganz andere Version eurer Website als ihr. Nutzerbeschwerden solltet ihr unbedingt ernst nehmen, denn diese helfen euch, über Probleme im Zusammenhang mit der Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten informiert zu bleiben.
  1. Überprüft mithilfe der Analysedaten eurer Website das Nutzerverhalten.
    Ihr könnt ungewöhnliche Aktivitäten mobiler Nutzer unter Umständen anhand bestimmter Analysedaten eurer Website erkennen. Ein gutes Indiz ist beispielsweise die durchschnittliche Zeit, die mobile Nutzer auf eurer Website verbringen: Wenn ausschließlich die mobilen Nutzer plötzlich sehr viel weniger Zeit auf eurer Website verbringen als üblich, könnte dies auf ein Problem im Zusammenhang mit mobilen Weiterleitungen hindeuten.

    Um sofort über größere Veränderungen in Bezug auf die Aktivitäten mobiler Nutzer informiert zu werden, könnt ihr z. B. Benachrichtigungen für Google Analytics einrichten . Ihr könnt beispielsweise festlegen, dass ihr benachrichtigt werdet, wenn sich der Wert der durchschnittlichen Zeit, die mobile Nutzer auf eurer Website verbringen, erheblich verringert hat oder die Anzahl der mobilen Nutzer insgesamt stark gesunken ist. Bedenkt jedoch, dass starke Schwankungen bei den Messwerten nicht unbedingt ein deutliches Anzeichen für irreführende mobile Weiterleitungen auf eurer Website sein müssen.

GA alert mobile redirect.png


Ich habe irreführende mobile Weiterleitungen entdeckt, die nicht von mir selbst eingerichtet wurden: Was kann ich tun?

  1. Vergewissert euch, dass eure Website nicht gehackt wurde.
    Ruft dazu das Tool "Sicherheitsprobleme" in der Search Console auf. Falls wir einen Hackerangriff bemerkt haben, findet ihr hier entsprechende Informationen.
    Lest auch unsere weiteren Blogposts zu typischen Symptomen gehackter Websites und den Fallstudien zu gehackten Websites .
  2. Überprüft Skripte und Elemente von Drittanbietern auf eurer Website.
    Falls eure Website nicht gehackt wurde, solltet ihr überprüfen, ob die Weiterleitungen durch Skripte oder Elemente von Drittanbietern verursacht werden. Führt dazu die folgenden Schritte durch:
A. Entfernt die Skripte oder Elemente von Drittanbietern, über die ihr keine Kontrolle habt, nacheinander von den Weiterleitungsseiten.
B. Überprüft nach jedem Entfernen eines Skripts oder Elements auf einem Mobilgerät oder mithilfe der Emulationsfunktion, ob die Weiterleitung noch besteht.
C. Wenn ihr der Ansicht seid, dass ein bestimmtes Skript oder Element für die irreführende Weiterleitung verantwortlich ist, solltet ihr in Betracht ziehen, dieses von eurer Website zu entfernen. Wendet euch dann bezüglich der Problembehebung an den entsprechenden Anbieter.

Letzte Anmerkungen zu irreführenden mobilen Weiterleitungen

Wenn ihr Nutzer auf eine Seite weiterleitet, um ihnen dort einen anderen Inhalt als dem Suchmaschinen-Crawler anzubieten, verstoßt ihr gegen die Richtlinien für Webmaster von Google. Weitere Informationen zu irreführenden Weiterleitungen findet ihr hier . Damit Nutzer hochwertige Suchergebnisse erhalten, kann das Google Search Quality Team für Websites, die gegen die Regeln verstoßen, bestimmte Maßnahmen ergreifen. Dazu gehört auch das Entfernen von URLs aus unserem Index. Wenn wir manuelle Maßnahmen ergreifen, wird der Websiteinhaber von uns über die Search Console benachrichtigt. Denkt daher daran, ein Search Console-Konto einzurichten .

Entscheidet euch für Werbenetzwerke, die einen transparenten Umgang mit Nutzer-Traffic pflegen. Dadurch lässt sich verhindern, dass ihr eure eigenen Nutzer unwissentlich weiterleitet. Wenn ihr das Vertrauen der Nutzer in Onlinewerbung stärken möchtet, informiert euch über die branchenüblichen Best Practices für die Teilnahme an Werbenetzwerken. Einen guten Einstieg bietet hier beispielsweise die Trustworthy Accountability Group (Interactive Advertising Bureau) mit ihren Inventory Quality Guidelines . Es gibt viele Möglichkeiten, eure Inhalte durch mobile Lösungen zu monetarisieren und dabei eine hochwertige Nutzererfahrung zu bieten – setzt sie entsprechend ein.
Bei Fragen oder Kommentaren zu mobilen Weiterleitungen nutzt bitte das Forum für Webmaster von Google .


Post von Vincent Courson und Badr Salmi El Idrissi, Search Quality Team
(Veröffentlicht von Johannes Mehlem , Search Quality Team)